Grüne + Glyphosat-Sternstunde im Bundestag

Die Grünen haben am vergangenen Do. (12.5.16) das Thema erneute Zulassung von Glyphosat für weitere 9 Jahre ins Plenum des Deutschen Bundestages gebracht. Sie haben eine Sofortabstimmung verlangt, da sich Deutschland für die Abstimmung im Ständigen Ausschuß am 18.+19.5.16 in Brüssel verhalten muss. Die Regierungskoalitionen haben eine Abstimmung abgelehnt und den Antrag stattdessen in die Fachausschüsse verwiesen.

Es war dennoch eine Sternstunde des Bundestages, da die Parlamentarier ihre eigene Macht und Verantwortung reflektieren mussten. Es ist schon verrückt, hierzulande wird Glyphosat nicht nur auf öffentlichen Flächen und in privaten Gärten angewandt (Handelsname z.B. Roundup, es gibt EU-weit 95 Handelsbezeichnungen für 470 Anwendungsgebiete), es wird auch über die erntereifen Felder versprüht, damit das ausgetrocknete Getreide dann einfacher einzubringen ist. Das Stroh ist dann allerdings durch die Glyphosatrückstände unbrauchbar.Bis vor gut 10 Jahren ging es auch ohne das Totalherbizid, das alle Pflanzen vertrocknen lässt. Nun behauptet der Bauernverband, es ginge nicht ohne das Herbizid zur chemischen Unkrautvernichtung (weil man dann mehr pflügen müsste oder eine Fruchtfolge einhalten). Wichtig für die Chemieindustrie ist Glyphosat auch in Kombination mit genmanipulierten Aussaaten (Tierfutter-Soja, Mais).

Es ist ein symbolischer Kampf, der die Perversion unserer Nahrungsmittelproduktion zeigt. Die BAG Ökologie hatte schon im Sommer 2014 ein Verbot von Glyphosat gefordert und den entsprechenden Beschluss der Bundestagsfraktion bekräftigt.
Eins ist klar: man die Systemfrage stellen, um ökologische Transformation „einfach“ beim Essen und in der Lebensmittel-Produktion beginnen zu lassen.

Die Ökowende der Landwirtschaft/Massentierhaltung wird auch ein Schwerpunkt der Kampagnen der Umwelt- und Naturschutzverbände  zur Bundestagswahl 2017.

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Über Siby BAG

schon immer Öko, einfaches Grünes Mitglied seit 1984, sonst unter www.sibyllecentgraf.de zu gange
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