Chancen und Erwartungen bei der internationalen Klimakonferenz COP23 in Bonn

Vortrag von Prof. Dr. Hermann E. Ott
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie
Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Bei der BAG Ökologie in Leipzig am 14. Oktober 2017

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Transformation zur Nachhaltigkeit und die integrierte Lösung verschiedener Umweltprobleme

Vortrag von Prof. Dr. Felix Ekardt, Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik + Institut für Zukunftsfragen zu „Transformation zur Nachhaltigkeit – integrierte Lösung verschiedener Umweltprobleme.“

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Waldbewirtschaftung: ökosystemarer Ansatz und Vermarktungszwang

Vortrag von Klemens Köhler, Forstwirt aus Tharandt vom 15. Oktober 2017

32 % der Fläche Deutschlands sind von Wald bedeckt; davon werden 5,6 % vorwiegend naturschutzfachlich genutzt (inklusive der 2 % vorrangig zu sichernden Flächen, bspw. Nationalparks). Aber auch Fichtenplantagen stellen eine naturnähere Nutzung dar als jedes nicht bewaldete Gebiet; auch wenn die Erhaltung der Biodiversität eingeschränkt ist. 30 Jahre Waldumbau zeigen Wirkung: die Anteile von Fichte und Kiefer sind rückläufig, Eiche und Buche nehmen zu (ausschließlich Anpflanzung! Natürliche Verjüngung ist wegen des hohen landwirtschaftlichen Nahrungsangebots und der daraus folgenden Wilddichte heute nicht mehr möglich). Die naturnahe Bewirtschaftung ist billiger und effizienter, aber nicht effektiver (die Gesamtholzernte ist geringer); aber die Holzpreise sind in den letzten 30 Jahren gefallen. Nur Staatsforsten Bayern schreibt aufgrund verstärkter Entnahme von Vorräten eine schwarze Null, alle anderen Landesforsten arbeiten defizitär.

Die Nutzfunktion bedingt die Erfüllung der anderen Funktionen (Wasserschutz, Erholung, Naturschutz etc.) des Walds. In Deutschland werden mittlerweile 30 % des Holzeinschlags (sogar 58 % des Laubholzes) verfeuert, vielfach in Kaminen. Das liegt auch daran, dass die holzverarbeitende Industrie technologisch noch auf Nadelholz ausgelegt ist und die Verarbeitung verzweigten Hartholzes zu teuer ist.

Ca. die Hälfte des Waldes ist Privatwald, davon ist wiederum die Hälfte Klein- und Kleinst­besitz mit Parzellen von 1 ha oder weniger. Diese Bestände werden oft nicht geerntet, auch aufgrund der niedrigen Holzpreise. Damit nimmt das Volumen des stehenden Holzes zu, die Bestände werden aber älter und teils instabil und sind bei Stürmen stärker gefährdet.

Einflüsse der Klimakrise: Der Trend zur Douglasie ist differenziert zu betrachten: als Einzelbaum oder in der Durchmischung ist die Pflanzung unproblematisch; als Reihenbestand ist sie genau wie die Fichte abzulehnen. Die verstärkt auftretenden Hitze- und Trockenstressbedingungen erhöhen die Anfälligkeit der Bäume für Schadorganismen. Der Eichenprozessionsspinner wird schon jetzt verstärkt mit Pestizideinsatz (auch aus der Luft) bekämpft.

Mehr zum Hintergrund im nützlichen und informativen Waldzustandsbericht: http://www.bmel.de/DE/Wald-Fischerei/Waelder/_texte/Waldzustandserhebung.html

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Verringerung der klimawirksamen Emissionen in Deutschland durch Moorschutz

Entwurf eines Antrages der BAG Ökologie zur Bundesdelegiertenkonferenz bzw. als Grundlagenpapier für die Koalitionsverhandlungen.  Autorenpapier von Christof Martin (SH), Andreas Müller (NRW), Ralf Gros (NDS)

Der Antrag

Bündnis 90/DIE GRÜNEN fordert die Bundesregierung auf,

  • zur nachhaltigen Reduktion des Treibhausgasausstoßes einen Staatsfonds einzurichten, aus dem die Wiedervernässung von entwässerten Moorböden in großem Maßstab finanziert wird,
  • die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit dieses Projekt noch in 2018 beginnen kann und sich die im Folgenden genannten Partner*innen an diesem Projekt beteiligen können

Bündnis 90/DIE GRÜNEN appelliert an die Automobil-, die Mineralöl- und die Luftfahrtindustrie,

  • sich an diesem Fonds mit angemessenen Mitteln – mindestens in der Größe von 10 % ihres jeweiligen Werbebudgets – zu beteiligen
  • für Ihre Kund*innen geeignete Anreizsysteme zu schaffen, sich ebenfalls – z.B. beim Erwerb eines Fahrzeugs, beim Tanken oder bei der Buchung eines Fluges – auf freiwilliger Basis mit einem angemessenen Anteil an diesem Fonds zu beteiligen

Bündnis 90/DIE GRÜNEN appelliert an die Landwirtschaft,

  • diesen weitreichenden Schritt im Klimaschutz zu unterstützen
  • geeignete Flächen gegen eine entsprechende Entschädigung kurzfristig für eine Wiedervernässung bereitzustellen und
  • den o.g. Staatsfonds bei der Abwicklung der entsprechenden Ausgleichszahlungen zu unterstützen

Hier der gesamte Entwurf zum Download 2017_10_27_Antrag_BAG_Moorschutz_Entwurf

 

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BAG Ökologie-Sitzung vom 13. – 15. Oktober 2017 in Leipzig

Tagungsort: Büro von MdL Claudia Maicher in der Zschochersche Str. 59, 04229 Leipzig – Plagwitz „Raum am Kanal“

Tagesordnung:
Begrüßung + Beschluss der der Tagesordnung,  Vorstellungsrunde

18:00 – 19:15 Uhr
Aussprache über die Ergebnisse der Bundestagswahl sowie die wichtigsten Themen aus den Ländern. Welche Ziele verfolgt die neue Bundestagsfraktion beim Umwelt- und Klimaschutz? Wie weiter Richtung Koalitionsverhandlungen?

19:15 – 20:15 Uhr
Prof. Dr. Felix Ekardt, Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik + Institut für Zukunftsfragen gibt uns einen Input zu „Transformation zur Nachhaltigkeit – integrierte Lösung verschiedener Umweltprobleme.“ – Vortrag_ + Diskussion

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Ernte-Wochenende bei unserer ehemaligen BAG Ökologie-Sprecherin Ursel

in Stäbelow bei Rostock

Zur besten Erntezeit von Kartoffeln und Brombeeren habe ich, wie bei unserer letzten BAG Ökologie-Sitzung besprochen, unsere ehemalige Sprecherin Ursel Karlowski an ihrem neuen Wohnort in der Nähe von Rostock besucht. Ein wunderschön gelegenes Anwesen, umgeben von 40 ha ökologischer Landwirtschaft. Hinter dem Garten schließt sich ein Hektar der Solidarischen Landwirtschaft aus Rostock an. Viele Felder haben Sölle, die von Weiden umstanden sind und meist von Wasserlinsen bedeckt sind. Auch eine Eselin, zwei Ziegen und ein Hund – sowie viele Hühner leben hier.

Ein wunderschöner Spätsommertag auf dem Land!

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Kleine Wasserkraft ermöglichen – Artenschutz beachten

Eine gewässerverträgliche Stromerzeugung aus Wasserkraft

Um den bestehenden Zielkonflikt zwischen regenerativer, klimafreundlicher Energieerzeugung durch Wasserkraft und der Erhaltung oder Wiederherstellung intakter Fließgewässerlebensräume im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes aufzulösen, sind an Bau und Betrieb von Wasserkraftanlagen strenge Maßstäbe anzulegen. Weiterlesen

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25 Jahre Biodiversitätskonvention (Rio 1992)

Anspruch und Wirklichkeit bei der Umsetzung des weltweiten Abkommens zum Schutz der Artenvielfalt

In der öffentlichen Diskussion wird derzeit viel über das Kyoto-Protokoll und die Ziele des Klimaschutzes diskutiert. Darüber wird häufig vergessen, dass es noch andere internationale Übereinkommen gibt, z.B. zur Erhaltung Biodiversität, ebenfalls eines der Kernthemen grüner Politik.

Der Rückgang der Artenvielfalt und die Schädigung von Ökosystemen ist kein neues Phänomen und nicht auf Deutschland beschränkt. Bereits vor 25 Jahren wurde aufgrund des weltweit zu beobachtenden, alarmierenden Rückgangs der Artenvielfalt und der Schädigung von Ökosystemen das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD) erarbeitet und auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro beschlossen. Weiterlesen

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Regenwaldschutz beginnt bei uns

Mit Zertifizierungen allein lassen sich globale Umweltprobleme nicht lösen. Gerade die Debatte um die Verwendung von Palmöl zeigt das immer wieder auf das Deutlichste. Denn auch dort, wo zertifiziertes Palmöl geerntet wird, war vorher Tropischer Wald oder es wurden Nahrungsmittel für die lokale Versorgung angebaut.

Deshalb: Verzicht auf Palmöl-Import! Und was kann jede_r einzelne dafür tun? Beim Einkauf schon auf die Inhaltsstoffe achten: Margarine, Kerzen, Kosmetika  – allzu oft ist Palmöl mit dabei. Doch wer sucht findet auch Alternativen, zum Bsp. die verpackungsarme Variante eines Haarshampoo aus fester Seife.

Viele gute, aktuelle infos auch hier:  https://www.regenwald.org/

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Grüne + Glyphosat-Sternstunde im Bundestag

Die Grünen haben am vergangenen Do. (12.5.16) das Thema erneute Zulassung von Glyphosat für weitere 9 Jahre ins Plenum des Deutschen Bundestages gebracht. Sie haben eine Sofortabstimmung verlangt, da sich Deutschland für die Abstimmung im Ständigen Ausschuß am 18.+19.5.16 in Brüssel verhalten muss. Die Regierungskoalitionen haben eine Abstimmung abgelehnt und den Antrag stattdessen in die Fachausschüsse verwiesen.

Es war dennoch eine Sternstunde des Bundestages, da die Parlamentarier ihre eigene Macht und Verantwortung reflektieren mussten. Es ist schon verrückt, hierzulande wird Glyphosat nicht nur auf öffentlichen Flächen und in privaten Gärten angewandt (Handelsname z.B. Roundup, es gibt EU-weit 95 Handelsbezeichnungen für 470 Anwendungsgebiete), es wird auch über die erntereifen Felder versprüht, damit das ausgetrocknete Getreide dann einfacher einzubringen ist. Das Stroh ist dann allerdings durch die Glyphosatrückstände unbrauchbar. Weiterlesen

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